3 Fragen an ... die Fachstelle kommunales Bildungsmonitoring (KOSMO)

Aus der Koordinierungsstelle für kommunales Bildungsmonitoring wird die Fachstelle kommunales Bildungsmonitoring. Aber das gewohnte Akronym KOSMO bleibt. Die REAB NRW sprach mit den beiden Leitungen Tim Siepke und Dr. Tobias Vetterle über die neue Förderphase.
 

1. Was bleibt gleich, was ändert sich aber auch?

Gleich bleibt unser Ziel, mit unseren Formaten die Kommunen dabei zu unterstützen, ihr Bildungsmonitoring weiterzuentwickeln. Was sich ändert, ist der stärkere Fokus darauf, wie Kommunen ihr Bildungsmonitoring anpassen können, um zentrale Zukunftsthemen wie die Fachkräftesicherung, die Bildung für nachhaltige Entwicklung oder die politische und kulturelle Bildung effektiv zu gestalten.

Dabei rücken insbesondere zwei Fragen in den Mittelpunkt: Wie können diese Themen im Bildungsmonitoring analysiert werden und wie sollten die Ergebnisse anschließend aufbereitet werden, um eine möglichst hohe Wirksamkeit zu entfalten? In vielen Bereichen, die für Bildungskommunen aktuell relevant sind, fehlt es hierzu noch an Orientierungshilfen und Praxisbeispielen.

Deshalb übernehmen wir verstärkt eine vorschlagende Rolle und entwickeln zum einen praxisnahes Wissen zur datengestützten Analyse kommunaler Bildungsthemen und stellen es den Kommunen in anschaulichen Formaten bereit. Um die Kommunen darin zu unterstützen, die Ergebnisse solcher Analysen effektiv in die Entscheidungsprozesse einzubringen, bereiten wir innovative Ansätze der digitalen Darstellung von Ergebnissen und Informationen des Bildungsmonitorings für die kommunale Anwendung auf.

Oder kurz gesagt: Unser Ziel ist es, orientierendes Wissen und praxisnahe Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Bildungsmonitoring zu entwickeln. Dies erreichen wir durch eine enge Zusammenarbeit im Fachnetzwerk für kommunales Bildungsmanagement, den Austausch mit der Wissenschaft und die kontinuierliche Abstimmung und Reflexion mit den Kommunen.
 

2. Wie hat sich die KOSMO für die neue Förderphase aufgestellt?

Wie angedeutet, haben wir unter anderem an unseren Formaten geschraubt. Wir setzen künftig auf Formate, die sowohl fundiertes Einstiegswissen als auch praktische Lösungsansätze für ein thematisch vertiefendes Bildungsmonitoring bieten sollen. Diese Formate sollen zudem mit dem Wissenstand in der Transferinitiative „mitwachsen“. Für die derzeitige Projektphase bedeutet das, dass wir zunächst eine Grundlage für den fachlichen Austausch schaffen wollen, die wir dann in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Kommunen und unseren Partnern im Fachnetzwerk vertiefen und weiterentwickeln möchten.

Unsere Angebotspalette umfasst dabei sowohl größere digitale Publikationsformate wie unsere kürzlich erschienen „Themenseiten“ als auch kleinere, ergebnisorientierte Veranstaltungsformate. Letztere tragen dazu bei, im Austausch mit Kommunen und wissenschaftlichen Expert*innen neues Wissen zu generieren, das dann anschließend über unsere Publikationsformate in die Transferinitiative einfließt.

Für unser Team, das glücklicherweise in der bisherigen Besetzung zusammengeblieben ist und weiterhin auf die beiden Standorte Trier und Potsdam verteilt ist, bedeutet das neue Aufgaben und Anforderungen. Der Fokus liegt nun weniger auf der Organisation von großen Fachkonferenzen und Workshopformaten. Stattdessen widmen wir uns verstärkt der konzeptionellen Arbeit sowie der Wissensaufbereitung im Rahmen unserer Publikationsformate. Außerdem werden wir unsere Kooperation mit den REAB im Bundesgebiet verstärken und diese etwa im Rahmen ihrer Veranstaltungsformate mit Fachvorträgen unterstützen.
 

3. Worauf können sich die kommunalen Fachkräfte im Bildungsmonitoring besonders freuen?

Die kommunalen Fachkräfte im Bildungsmonitoring können sich auf mehrere spannende Angebote freuen. Wir haben bereits im Frühjahr begonnen, unsere Online-Themenseiten zur Bearbeitung wichtiger Schwerpunktthemen des Bildungsmonitorings freizuschalten. Die Themenseiten zur Fachkräftesicherungsowie zur politischen und kulturellen Bildung sind bereits erschienen, die Themenseite zur BNE folgt im Herbst. 

In Kürze werden wir zudem unser Dashboard „SGB II Quoten auf Gemeindeebene“ um einen sogenannten Dynamikindikator erweitern, der die Entwicklung der sozialen Belastung im Zeitverlauf sichtbar macht. Die ermöglicht insbesondere Landkreisen einen noch differenzierteren Blick auf sozialräumliche Herausforderungen.

Am Thema Dashboards und – im weiteren Sinne – digitalen Formaten der Bildungsberichterstattung sind wir generell sehr interessiert. Mittelfristig planen wir, hierzu eine Übersicht von kommunalen Praxisbeispiele zusammenzutragen, welche die Mehrwerte solcher Tools für das Veröffentlichungsportfolio des Bildungsmonitorings illustriert. In Ergänzung zu klassischen Berichtsformaten können Dashboards einen wichtigen Beitrag dazu leisten, komplexe Analyseergebnisse verständlich und interaktiv für die Zielgruppen aufzubereiten.

Wichtig ist uns bei alledem, dass wir lösungsorientiert arbeiten und neugierig bleiben. Wir erproben verschiedene Ansätze, aber wir erheben nicht den Anspruch, für alles die letzten Antworten zu haben. Deshalb ist die Rückmeldung aus den Kommunen für uns so essenziell. Wir laden die Fachkräfte ein, mit uns in den Austausch zu treten und zu teilen, was für sie hilfreich ist, was verfeinert werden muss und entwickelt werden könnte.

Herzlichen Dank für das Gespräch!


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